Morgens

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Wenn ich aus dem Bett aufstehen will, muss ich im Moment immer erst ein bisschen „Vorglühen“: Beine strecken, Arme bewegen, Rücken durchbiegen, einmal auf die linke Seite drehen, einmal auf die rechte, und dann abwarten, bis die Achterbahn über das Kopfsteinpflaster gerattert ist. Dann geht´s, ohne dass mein matschiges Hirn im Kopf kreist und ich umkippe. Zum Schluss noch Streichhölzer in die Augen geklemmt, dass sie offen bleiben, und der Tag kann losgehen 🙂 Heieiei, was für ein Kram.

Ansonsten wirkt die Freude darüber, dass es die letzte Chemo ist, äußerst gut. Mein häufigster Gedanke im Moment: „Zum letzten Mal, zum letzten Mal, zum letzten Mal!!!“ Klingt etwas eintönig, hilft aber sehr. Heute Morgen habe ich genussvoll die erste Tablettenpackung weggeschmissen. Ab in den Müll, nie wieder!

Äußerst schade finde ich, dass mir Süßes gar nicht mehr schmeckt. Das hätte jetzt bei der letzten Chemo nicht mehr auftreten müssen. Na ja, so wie ich mich kenne, kommt die Süßlust mit Sicherheit wieder, und dann weiß ich, dass es wieder bergauf geht 🙂

Schallplatte

(Die Röte in meinem Gesicht ist kein Rouge-Unfall, das kommt vom Kortison :-))

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