Wie süß!

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Frage zu Beginn meiner Brustkrebs-Bearbeitung:

Wird die Chemo-Therapie es schaffen, mir meine Lust auf Süßes zu nehmen? Vielleicht sogar dauerhaft?

Antwort nach drei Jahren: Nein.

Die ersten paar Tage nach einer Chemo-Gabe hatte ich tatsächlich keine Lust auf Süßes, aber sie kam verlässlich wieder, und dann wusste ich auch, dass es wieder bergauf geht 🙂

Ich habe schon immer Süßes sehr gemocht, am liebsten Schokolade in allen möglichen Varianten, aber auch Kekse, Kuchen und Eis. Mir ist durchaus bewusst, dass Zucker kein besonders gesundes Lebensmittel ist. Deshalb schaufele ich die leckeren Köstlichkeiten auch nicht mit der Baggerschaufel in mich hinein. Früher konnte ich mehr vertragen, ohne dass die Waage ihren Zeiger wie eine erhobene Augenbraue bewegt hat. Besonders in der Stillzeit war´s super! Mittlerweile reagieren meine Körperfettzellen auf Zucker und Kalorien, als wäre eine Hungersnot ausgebrochen. Sie krallen sich daran fest und geben sie nur unter größter Anstrengung meinerseits (Sport, Sport, Sport, Salat, Salat, Salat) wieder her. Deshalb nehme ich die feinen süßen Sachen nur noch sehr dosiert zu mir, genieße sie aber länger. Wenn man sich die Zeit nimmt, ist es ein wundervolles Erlebnis, ein Stück Schokolade auf der Zunge schmelzen zu lassen. Und möglichst lange hinterher nichts trinken, dass der Geschmack so lange wie möglich erhalten bleibt!

Manche Menschen sind der Meinung, dass Zucker heißbegehrte Nahrung für Krebszellen ist und dass man deshalb unbedingt und ganz dringend darauf verzichten solle, sonst könne man nicht gesund werden. Oder gesund bleiben. Das kann ich nicht beurteilen, jedenfalls hat es bei mir mit der Genesung auch mit Zucker geklappt. Und was die Lebenserwartung betrifft:
Schokolade bereitet mir freudige Genussmomente, die ich eindeutig auf der verlängernden Seite der Lebenserwartung verbuchen würde. Sollte mir der Zucker Lebenserwartung rauben, dann nehme ich für mich an, dass es maximal so viel ist, wie mir die Freude daran an Plus beschert. Dann würde sich die Sache ausgleichen.
Kurz gesagt:
Ich lebe lieber mit Schokolade ein halbes Jahr kürzer als ohne ein halbes Jahr länger.
Das Schöne am Leben ist ja, dass jeder sein eigenes hat, und jeder kann es leben, wie er will 🙂

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