Erwartungen

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Heute bin ich mal wieder Opfer meiner (hohen?) Erwartungen geworden. Nachdem der Krebs nach den letzten beiden Chemos um 1/3 zurückgegangen war, dachte ich, dass es jetzt so weiter geht. Zurück geht er schon, aber leider nicht mehr so rasant wie beim letzten Mal. Da hat sich doch eine kleine Enttäuschung bei mir breit gemacht, gestehe ich. Na ja, Hauptsache, die Richtung stimmt. Zwei Knoten konnte der Arzt gar nicht mehr in der zweiten Ebene darstellen. Wie das klingt, „in der zweiten Ebene“! Mediziner-Deutsch ist auch eine tolle Sprache. Bedeutet das jetzt, dass der Krebs platt wie eine Briefmarke ist?

Es heißt ja, dass man am besten überhaupt keine Erwartungen haben soll. Geht das? Kriegt das jemand hin? Ich habe aber auch schon gelesen, dass Erwartungen sinnvoll und wichtig sind, sonst ginge nichts voran. Es wird wieder wie mit allem sein, die goldene Mitte ist am besten. Und wo die ist, darf/muss jeder für sich selbst entscheiden.

Dieser kleine Dämpfer (der ja eigentlich gar keiner ist) ist vielleicht ganz gut für mich, dann sind meine Erwartungen beim nächsten Check nicht mehr ganz so hoch. Und danach ist es eh wurscht, was der Krebs macht. Dann habe ich mein Chemo-Paket abgearbeitet und der letzte Rest wird auf die radikale Art und Weise entsorgt. Zack, weg!

Der dabbische (schreibt man das so auf Hessisch?) Krebs kann also schon mal seine Koffer packen, die längste Zeit war´s das mit der Beherbergung 🙂

Schmetterling

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